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Der verlorene Horizont
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Der verlorene Horizont (englischer Originaltitel: Lost Horizon; deutsch auch unter den Titeln Irgendwo in Tibet und Verworrener Horizont) ist ein 1933 erschienener Roman des britischen Schriftstellers James Hilton. Im Mittelpunkt der Handlung steht Shangri-La, ein fiktiver Ort in Tibet, wo Menschen in Frieden und Harmonie leben.
Das Buch zĂ€hlt zur Weltliteratur und wurde ein Bestseller. FĂŒr das Werk erhielt Hilton 1934 den Hawthornden-Preis. Eine erste Verfilmung erfolgte 1937 unter dem Originaltitel Lost Horizon (dt. In den Fesseln von Shangri-La). Der Film trug gegen Ende der 1930er Jahre zu einem Medienhype und erheblich zum Mythos von Shangri-La bei.
1939 erschien der Roman als erstes Paperback (Pocket Book Nr. 1) bei Simon & Schuster. Es wird fĂ€lschlicherweise oft als das erste Taschenbuch bezeichnet. Vielmehr war es das erste âMassenmarkt-Paperbackâ, welches nicht nur in die Tasche gesteckt werden konnte, um es unterwegs zu lesen, sondern das sich auch Menschen mit bescheidenen Mitteln leisten konnten.
Der utopische Roman hat den westlichen Blick auf Tibet und den Lamaismus bis heute nachhaltig geprĂ€gt, wobei inzwischen Shangri-La als ein Synonym fĂŒr das Paradies oder idealen RĂŒckzugsort aus dem Weltgeschehen in der Umgangssprache vieler LĂ€nder ein gewisses Eigenleben fĂŒhrt.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]
Contents
âą Inhalt
âą Rezeption
âą Bestseller
âą Quellen
âą Adaptionen
⹠PrimÀrliteratur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Inhalt
Der Roman ist in zwei RahmenerzĂ€hlungen eingebettet. Prolog und Epilog werden von einem Neurologen als Ich-ErzĂ€hlung wiedergegeben. Die begleitende Handlung ist sparsam skizziert und erscheint sekundĂ€r: WĂ€hrend eines geheimnisvollen Treffens in Berlin-Tempelhof erfahren der britische Schriftsteller Rutherford, der britische BotschaftssekretĂ€r Wyland und der Ich-ErzĂ€hler von einem rĂ€tselhaften Piloten, dass der britische Konsul in Afghanistan, Hugh Conway, unter merkwĂŒrdigen UmstĂ€nden verschwunden ist. Rutherford kennt Conway aus gemeinsamer Studentenzeit in Oxford.
SpĂ€ter am Abend enthĂŒllt Rutherford dem Ich-ErzĂ€hler, dass er den Vermissten kĂŒrzlich in einem Krankenhaus der französischen Missionsstation im chinesischen Chung-Kiang antraf. Dort sei Conway dem Tode nahe und in einem Zustand der Amnesie eingeliefert worden. Nach einem langwierigen Genesungsprozess habe er sein GedĂ€chtnis wiedergefunden und ihm in einer langen Nacht von Shangri-La erzĂ€hlt. Rutherford hielt Conways Erlebnisse in einem Manuskript fest. Kurze Zeit spĂ€ter sei Conway spurlos aus dem Krankenhaus verschwunden, habe ihm aber eine Nachricht ĂŒbergeben lassen, dass er ânach Nordwesten aufbrechen wolleâ. Noch in Tempelhof ĂŒbergibt Rutherford dem Ich-ErzĂ€hler sein Manuskript. Damit beginnt die eigentliche Handlung des Romans im Stil eines Augenzeugenberichtes.
Im Mai 1931 werden nach Ausbruch eines Aufstandes in Britisch-Indien 80 WeiĂe aus dem (fiktiven) indischen Ort Baskul nach Peshawar evakuiert. Im Flugzeug des Maharadschas von Chandrapore, das als letztes Baskul verlassen kann, befinden sich als einzige Passagiere der 37-jĂ€hrige Konsul Hugh Conway, sein jĂŒngerer Vizekonsul Mallinson, die britische Missionarin Brinklow und der Amerikaner Barnard. Nach geraumer Zeit stellen die Insassen fest, dass sie nicht nach Peshawar, sondern ĂŒber die Achttausender des Karakorum in die entgegengesetzte Richtung nach Tibet fliegen.
WĂ€hrend eines Zwischenstopps bei einem Bergvolk, von welchem der Pilot die Maschine auftanken lĂ€sst, wird den vier Passagieren klar, dass es sich um eine FlugzeugentfĂŒhrung handelt. Mallinson drĂ€ngt darauf, die Kontrolle des Flugzeuges zu ĂŒbernehmen, anstatt tatenlos abzuwarten. Conway ergreift die Initiative, wird jedoch vom Piloten mit einer Pistole bedroht. Ăber dem Himalaya gerĂ€t die Maschine in Turbulenzen und muss in einem der westlichen Welt unbekannten Gebirgstal notlanden. Der junge chinesische Pilot kommt dabei ums Leben, kann aber dem polyglotten Conway vorher noch auf Mandarin sagen, dass sie nicht weit von einem Lamakloster namens Shangri-La entfernt seien, wohin sie gehen sollen.
Ratlos bedenken die vier ihr weiteres Vorgehen â bis plötzlich aus dem nĂ€chtlichen Schneesturm eine Gruppe von Personen, angefĂŒhrt von dem chinesischen Mönch Chang, auftaucht. Dieser geleitet die erstaunten Passagiere ĂŒber einen unwegsamen Pass in ein vollstĂ€ndig von Berggipfeln isoliertes Tal: Shangri-La. Die Gestrandeten werden gastfreundlich aufgenommen und genieĂen in der Lamaserei jeden Komfort, der unter anderem in Form europĂ€ischer Badezimmer, einer riesigen Bibliothek auch westlicher Schriften und eines Spinetts mit Noten westlicher Komponisten vorhanden ist. Eine Abreise aus Shangri-La sei allerdings derzeit nicht möglich, erklĂ€rt Chang, da die Sherpas der regelmĂ€Ăigen Versorgungskarawane erst in drei Monaten eintreffen und die Reise ĂŒber gefĂ€hrliche GebirgspĂ€sse durch das unwirtliche Hochland von Tibet nach China ohne erfahrene FĂŒhrer fĂŒr Ortsunkundige kaum zu ĂŒberleben sei.
Dementsprechend richtet sich das Quartett so gut wie möglich ein. In Shangri-La herrschen nicht nur klimatisch paradiesische ZustĂ€nde â von der westlichen Welt unbemerkt haben sich die Bewohner einen Garten Eden geschaffen und halten ihre Gemeinschaft fĂŒr die letzte Oase, in der die geistigen SchĂ€tze der Menschheit aufbewahrt werden, geschĂŒtzt vor Kriegen und Katastrophen. Sie leben in harmonischem Frieden und altern nur langsam. Auf die Frage von Brinklow nach dem, woran die Gemeinschaft glaube, erwidert Chang, dass sie vor allem an das MaĂhalten glaube und die Tugend der Vermeidung jeglichen ĂbermaĂes lehre, ein ĂbermaĂ an Tugend selbst inbegriffen. Dieser Grundsatz bewirke ein betrĂ€chtliches MaĂ an GlĂŒck. Chang fragt: âMĂŒssen wir denn, weil eine Religion wahr ist, alle anderen fĂŒr unbedingt falsch halten?â
Obwohl das Eintreffen der Gruppe nicht zufĂ€llig ist, gewöhnen sich Conway und seine Begleiter schnell an das sagenhafte Leben. Die Abgeschiedenheit zwingt die unfreiwilligen GĂ€ste zu Selbsteinkehr und innerer BewĂ€hrung. Conway fĂŒhlt sich von Anfang an in den Bann Shangri-Las gezogen und entschlieĂt sich zu bleiben. Auch Miss Brinklow, die missionieren will, und Barnard wollen nicht zurĂŒckkehren. Barnard gesteht, dass er eigentlich Chalmers Bryant heiĂt und von der Polizei wegen Aktienbetrugs gesucht wird. Er ist interessiert, den Bewohnern bei der Ausbeutung der Goldminen im Tal zu helfen. Nur Mallinson möchte um jeden Preis zurĂŒck in seine Heimat, verliebt sich jedoch in die schöne und scheinbar junge chinesische Spinettspielerin Lo-Tsen.
Langsam findet Conway Zugang und Vertrauen zum Hohen Lama von Shangri-La, der sich als uralter, ursprĂŒnglich katholischer Missionar entpuppt. Dieser eröffnet ihm, dass das Flugzeug entfĂŒhrt wurde, um neue Bewohner fĂŒr das Kloster heranzufĂŒhren, wobei keine Auswahl der Passagiere getroffen wurde. Die Besonderheiten und VorzĂŒge des Lebens in dieser kleinen abgeschiedenen Welt, in der die Lebensspanne der Menschen bei geistiger und körperlicher Jugend drei- bis viermal verlĂ€ngert ist, erlĂ€utert der Hohe Lama mit den Worten:
âWir sind keine WundertĂ€ter, wir haben weder den Tod besiegt noch den Verfall. Alles, was wir tun können, ist, den Ablauf dieses kurzen, âLebenâ genannten Zwischenspiels, zu verlangsamen. Wir bewirken dies durch Methoden, die hier so einfach wie anderswo unmöglich sind. Aber tĂ€uschen Sie sich nicht, das Ende erwartet uns alle. Haben Sie jemals in diesen Tagen der Kriege und dem gezielten Herbeireden von Kriegen von einem Ort getrĂ€umt, an dem es Frieden und Sicherheit gibt, in dem das Leben kein Kampf, sondern eine dauerhafte Freude ist? NatĂŒrlich haben Sie das. Jeder Mensch hat diesen Traum. Es ist immer derselbe Traum. Manche nennen diesen Ort Utopia, andere Jungbrunnen. Schauen Sie sich die Welt von heute an. Gibt es etwas, das erbĂ€rmlicher ist? Was fĂŒr ein Wahnsinn! Was fĂŒr eine Blindheit! Was fĂŒr eine geistlose FĂŒhrungselite! Eine hastige Masse verwirrter Menschen, die kopfĂŒber aufeinanderprallt und von einer Orgie aus Gier und BrutalitĂ€t angetrieben wird. Es ist unsere Hoffnung, dass sich eines Tages die brĂŒderliche Liebe von Shangri-La auf der ganzen Welt ausbreiten wird. Wenn die Machtgierigen einander verschlungen haben und die SanftmĂŒtigen die Erde erben, kann endlich die christliche Ethik erfĂŒllt werden.â
Unmittelbar vor seinem Tod enthĂŒllt der Hohe Lama Conway seine Vision von einem alles zerstörenden Krieg, in dem Shangri-La alles Wertvolle der westlichen und östlichen Kultur fĂŒr eine bessere Zukunft bewahren wird. Er bittet Conway, als sein Nachfolger die FĂŒhrung von Shangri-La zu ĂŒbernehmen. Danach stirbt er. Noch ehe Conway zu einem Entschluss gekommen ist, treffen die angekĂŒndigten TrĂ€ger in der NĂ€he von Shangri-La ein. Mallinson will unbedingt aufbrechen. Ihm schlieĂt sich die ihn liebende Lo-Tsen an, die weit ĂŒber hundert Jahre alt ist und auĂerhalb des Tals keine Ăberlebenschance hat. Mallinson will das nicht glauben, kehrt jedoch kurz nach seinem Aufbruch zurĂŒck, weil er eine bergsteigerisch schwierige Stelle nicht ohne Conway meistern kann. Er kann Conway ĂŒberreden, mit zu kommen. Damit endet Rutherfords Manuskript.
Die Handlung kehrt zur RahmenerzĂ€hlung zurĂŒck. Rutherford vervollstĂ€ndigt seinen Bericht, indem er den Ich-ErzĂ€hler einweiht, dass er vergeblich versuchte, Conway und Beweise fĂŒr die Existenz von Shangri-La zu finden. Alles erscheint in einem undurchdringlichen Nebel zu verschwinden. Rutherford erwĂ€hnt, dass es fĂŒr ihn nur einen deutlichen Hinweis auf den Wahrheitsgehalt der mysteriösen Geschichte gebe. So habe er den Arzt gefunden, der Conway in Chung-Kiang als erster behandelte. Der Arzt sagte, dass Conway von einer alten chinesischen Frau in die Missionsstation gebracht wurde, die schwer erkrankt war und bald darauf starb. Sie sei der Ă€lteste Mensch gewesen, den er jemals gesehen habe. Rutherford schlussfolgert, dass dies nur Lo-Tsen gewesen sein könne, die durch ihren Abschied von Shangri-La drastisch gealtert war. Der Ich-ErzĂ€hler fragt sich, ob Conway den Weg zurĂŒck zu seinem verlorenen Paradies finden kann.
Rezeption
Das 1933 erschienene Werk gilt als der gröĂte Erfolg des Autors, ein Weltbestseller, der mehrere Millionen Mal verkauft wurde. Hiltons Fiktion war so erfolgreich, dass viele bis heute an die Existenz Shangri-Las glauben. In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen geschrieben, entspricht seine romantische Utopie dem Wunsch nach Frieden.cite-ref-6[6]
Mit Shangri-La entwarf Hilton das Idealbild einer menschlichen Gemeinschaft, welches zu damaliger Zeit den Hoffnungen vieler Heranwachsender der Lost Generation entsprach. Dementsprechend wurde das Buch von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen glorifiziert und mystifiziert. Die im Roman enthaltene apokalyptische Vision eines globalen Vernichtungskrieges, einer weltweiten Umweltkatastrophe oder eines kompletten wirtschaftlichen Zusammenbruchs wird bis heute von Esoterikern, Pazifisten, Umweltaktivisten, gleichermaĂen von Kriegstreibern und Rechtsextremisten fĂŒr Agitations- und Propagandazwecke gebraucht. Vor diesem Hintergrund wimmelt es in Publikationen und im Internet an abstrusen Rezensionen, die zum oft missverstandenen, aber weitverbreiteten Mythos des Romans beitragen.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]
Das von Hilton erdachte Shangri-La, verborgen in den Bergen Tibets, entspringt in Architektur, Lebensweise und tradierten Lehren abendlĂ€ndischen UrsprĂŒngen und verknĂŒpft geschickt westliche mit östlichen Traditionencite-ref-9[9].
Einer der wichtigsten Bezugspunkte Hiltons ist die europĂ€ische utopische Literatur, insbesondere Thomas Morusâ Utopia. Andererseits ist Der verlorene Horizont auch ein Roman der Lost Generation: Der Protagonist ist wesentlich durch seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg geprĂ€gt. Daraus resultiert die eigentliche Spannung des Romans. Das Konzept der MĂ€Ăigung, das die Bewohner von Shangri-La leben, ist fĂŒr Conway so anziehend, weil es seiner durch das Kriegserlebnis bedingten Leidenschaftslosigkeit entgegenkommt. Mehrfach erinnert sich Conway angesichts der Ruhe in Shangri-La an seine Empfindungen wĂ€hrend des Krieges, die mit einer Abtötung aller Leidenschaften, aller Initiative verbunden waren. Vor dem unmittelbaren Anspruch der authentischen Leidenschaft, verkörpert in dem jungen Mallinson und der (nur scheinbar jungen) Chinesin Lo-Tsen, kann diese Leidenschaftslosigkeit nicht bestehen.
Die Mehrheit der ernstzunehmenden Literaturkritiker bezeichnen Hiltons Klassiker als utopischen Roman, spannend wie ein Kriminalroman geschrieben, der zum Nachdenken anregt. So sei Hilton sehr âgeizigâ dabei, das Geheimnis von Shangri-La zu lĂŒften, was die Spannung erhöhe. Obwohl Shangri-La idyllisch ist, ist es nicht das Paradies der Bibel oder einer anderen Philosophie. Die Philosophie der Mönche von Shangri-La stelle eine Mischung aus Buddhismus und Christentum dar. Es entstehe dabei aber keine neue Religion, sondern eine sehr gemĂ€Ăigte und tolerante Weltanschauung und Grundgeisteshaltung. Conway, der Protagonist des Romans, gehört zu der Generation, welche im Ersten Weltkrieg alle Illusionen verlor, und das Leben in Shangri-La kommt seiner Einstellung sehr entgegen. Die ĂŒbrigen Hauptpersonen sind eher flach charakterisiert, entscheidend sind ihre Motive fĂŒr die Abreise oder das Bleiben in Shangri-La. Selbst am Ende, als alles in Ordnung zu sein scheint, lĂ€sst Hilton die Frage, ob Conways Erinnerungen an Shangri-La wahr sind oder nur das Ergebnis von Schock oder EnthĂŒllung offen â und wenn sie real sind, existiert das Geheimnis, das in Shangri-La bewacht wird, wirklich oder war es nur ein MĂ€rchen?cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]
Bestseller
James Hilton schrieb seinen Erfolgsroman im Alter von 32 Jahren in der DoppelhaushĂ€lfte seiner Eltern in Woodford Green (East London). Er begann damit in der ersten Aprilwoche 1933 und reichte nach sechs Wochen, am 9. Mai 1933 das fertige Manuskript bei Macmillan Publishers (London) ein. Der Verlag akzeptierte sofort. ZusĂ€tzlich konnte Hilton vereinbaren, dass der Vertrieb des Romans in den USA nicht durch Macmillan, sondern durch William Morrow & Company (New York), mit denen er bereits bei frĂŒheren Publikationen auf dem US-amerikanischen Markt zusammengearbeitet hatte, erfolgte. Beide Verlage veröffentlichten Lost Horizon zeitgleich am 26. September 1933.cite-ref-12[12]cite-ref-featured-13-0[13]
Macmillan sicherte sich das Copyright im Vereinigten Königreich nebst British Commonwealth of Nations (Kanada, Australien, SĂŒdafrika et cetera). Diese Ausgaben wurden fortan UK-Edition genannt. William Morrow erhielt fĂŒr den Roman das Kopierrecht in den USA (US-Edition). Beide Verlage veröffentlichten ihre First Editions als Hardcover im Oktavformat (17,0 cm Ă 22,0 cm) ohne Schutzumschlag. Der Bucheinband der ersten UK-Ausgabe bestand aus einem mittelgrĂŒnen Kattun. Bei der US-Erstausgabe war der Einband schwarz. Den Titel und den Namen des Autors prĂ€gten beide Herausgeber bei ihren ersten Ausgaben in silbernen Buchstaben nur auf den BuchrĂŒcken.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]
Inhaltlich gibt es zwischen den beiden Ausgaben mehrere Abweichungen. Der Lektor von William Morrow bestand darauf, einige Textpassagen fĂŒr die US-amerikanische Leserschaft anzupassen. Neben den allgemeinen orthografischen Unterschieden zum britischen Englisch sowie Begriffen wie gasoline statt petrol, oder phonograph statt gramophone, betraf dies insbesondere die Dialoge des Amerikaners Barnard, dem in der US-Edition ein typischer âAmerican Slangâ verpasst wurde. Die Ănderungen stellen einen Bruch zu Hiltons Schreibstil dar und sind erwĂ€hnenswert, da es die Version von William Morrow & Company war, die spĂ€ter in 34 Sprachen ĂŒbersetzt wurde.cite-ref-featured-13-1[13]
Am 10. Juni 1934 erhielt James Hilton fĂŒr Lost Horizon den Hawthornden-Preis.cite-ref-16[16] Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits sieben Auflagen bei Macmillan und neun Reprints bei William Morrow erschienen.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18] AnschlieĂend wurde das Buch unter Lizenz bei verschiedenen Verlagen hunderttausendfach nachgedruckt.cite-ref-19[19]
Im Dezember 1934 las der Regisseur Frank Capra den Roman. Er ĂŒberzeugte Harry Cohn, den Studioboss von Columbia Pictures, die Filmrechte zu erwerben. Cohn kaufte fĂŒr 200.000 Dollar (das entspricht der Kaufkraft von rund vier Millionen Dollar im Jahr 2018cite-ref-20[20]) nicht nur die Rechte, sondern engagierte Hilton auch als Drehbuchberater fĂŒr die Verfilmung.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22] Der 1937 mehrfach oscarprĂ€mierte Film (dt. In den Fesseln von Shangri-La) trug zu einem Medienhype und erheblich zum Mythos von Shangri-La bei.cite-ref-23[23]
1939 erschien der Roman als Pocket Book Nr. 1 bei Simon & Schuster. Es wird fÀlschlicherweise oft als das erste Taschenbuch bezeichnet. Es war jedoch das erste Taschenbuch, welches nicht nur in die Tasche gesteckt werden konnte, um es unterwegs zu lesen, sondern das sich auch arme Menschen leisten konnten. Das Buch kostete 25 Cent (das entsprach 2018 rund 4,40 Dollarcite-ref-24[24]). Es wurde allein von diesem Verlag innerhalb kurzer Zeit 2.514.747 Mal verkauft. Damit löste Lost Horizon eine Revolution im Buchhandel aus.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]
Quellen
Unter den Quellen fĂŒr die Beschreibung Shangri-Las werden genannt:
âą M. Huc, Recollections of a Journey through Tartary, Thibet and China. London, Longman, Brown, Green and Longman 1852cite-ref-27[27]
⹠David-Néel, Lama Yongden, The Superhuman Life of Gesar of Ling, The legendary Tibetan Hero (1933), (Beschreibung von Shambhala)
âą das Leben von Martin Conwaycite-ref-28[28].
Deutsche Fassungen
Unter dem Titel Irgendwo in Tibet erschien 1937 die deutsche Erstausgabe des Romans Lost Horizon im Herbert Reichner Verlag (Wien-Leipzig-ZĂŒrich), der den GroĂteil seiner Produktion in Deutschland verkaufte. Die Ăbersetzung ĂŒbernahm Herberth E. Herlitschka.cite-ref-29[29] Weitere Verlage, die das Buch unter dem Titel Irgendwo in Tibet vertrieben, waren der
âą Arche Verlag, ZĂŒrich, 1951 (unverĂ€nderte Neuauflage 1973)
âą Verlag Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1954
âą Verlag BĂŒchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M. 1956
âą Verlag Fischer BĂŒcherei, Frankfurt a. M. 1959
Die erste Taschenbuch-Ausgabe des Romans im deutschsprachigen Raum erschien 1956 in der Adventure-Taschenbuch-Reihe (ATR) des vorwiegend durch seine Comicproduktionen bekannten Hannoveraner Walter Lehning Verlages unter dem Titel Verworrener Horizont, in Ăbersetzung von Walter Schulz-Brown.cite-ref-31[31] Seit 1973 wird im deutschsprachigen Raum bei Neuauflagen der Titel Der verlorene Horizont verwendet (alle in der 1937er Ăbersetzung von Herberth E. Herlitschka):
⹠Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt a. M. 1973 (unverÀnderte Neuauflagen 1975, 1979, 1981, 1983, 1985, 1986, 1988, 1989, 1991, 1992, 1994, 1996)
âą Arche, ZĂŒrich/Hamburg 2001
Zudem wird der Roman seit Anfang des 21. Jahrhunderts von verschiedenen Anbietern als E-Book vertrieben.
Adaptionen
â
Hauptartikel
:
Shangri-La
PrimÀrliteratur
âą Martin Brauen: Traumwelt Tibet. Westliche Trugbilder. Verlag Paul Haupt Berne, 2000.
âą Michael McRae: The Siege of Shangri-La. The Quest for Tibet's Sacred Hidden Paradise. Broadway Books, 2002.
âą John R. Hammond: Lost Horizon Companion. A Guide to the James Hilton Novel and Its Characters, Critical Reception, Film Adaptations and Place in Popular Culture. McFarland & Company, 2008.
Weblinks
Commons
: Der verlorene Horizont
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Lost Horizon als frei zugÀnglicher Text in der originalen englischen Fassung auf Project Gutenberg
Einzelnachweise
cite-note-11. â Die Suche nach dem âMikro-Shangri-Laâ als RĂŒckzugsraum im Zeitalter der Globalisierung In: internetloge.de, abgerufen am 26. Oktober 2018.
cite-note-22. â Claudia Frickel: Mystery. Das verborgene Paradies Shangri-La. Web.de-Magazin, 7. Juni 2017. In: web.de Magazine, abgerufen am 26. Oktober 2018.
cite-note-33. â Thomas W. Ennis: The Pocket Books Founder Robert F. de Graff dies at 86. The New York Times, 3. November 1981. In: nytimes.com, abgerufen am 1. November 2018.
cite-note-44. â Schattenblick Rezension 009: James Hilton, Der verlorene Horizont. MA-Verlag, 1994. In: MA-Verlag Redaktion Schattenblick, abgerufen am 29. Oktober 2018.
cite-note-55. â John R. Hammond: Lost Horizon Companion. A Guide to the James Hilton Novel and Its Characters, Critical Reception, Film Adaptations and Place in Popular Culture. McFarland & Company, 2008, S. 2 f.
cite-note-66. â Aboutbooks: Der verlorene Horizont von James Hilton. In: lovelybooks.de, abgerufen am 29. Oktober 2018.
cite-note-77. â Martin Brauen: Traumwelt Tibet. Westliche Trugbilder. Haupt, Bern 2000, S. 96â100.
cite-note-88. â Helmut Puschmann: James Hilton. Der verlorene Horizont. 2018. In: Puschmann Literarische Rezeption, abgerufen am 29. Oktober 2018.
cite-note-99. â Martin Brauen: Traumwelt Tibet. Westliche Trugbilder. Haupt, Bern 2000, S. 96â100.
cite-note-1010. â Steven H. Silver: Review Lost Horizon (Memento vom 23. Mai 2018 im Internet Archive) In: sfsite.com, abgerufen am 29. Oktober 2018.
cite-note-1111. â John R. Hammond: Lost Horizon Companion. A Guide to the James Hilton Novel and Its Characters, Critical Reception, Film Adaptations and Place in Popular Culture. McFarland & Company, 2008, S. 2 f.
cite-note-1212. â John R. Hammond: Lost Horizon Companion. A Guide to the James Hilton Novel and Its Characters, Critical Reception, Film Adaptations and Place in Popular Culture. McFarland & Company, 2008, S. 17 f.
cite-note-featured-1313. â Featured Manuscript â Lost Horizon. Lakin Literary Arts. Auf LakinandMarley.com (englisch), abgerufen am 30. Mai 2022.
cite-note-1414. â Kathleen Settle: Hilton, James. Lost Horizon. University of Virginia, 2016. in: University of Virginia, abgerufen am 29. November 2018.
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cite-note-1616. â Literary London: Hawthornden Prize. The Sydney Morning Herald, 14. Juni 1934.
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cite-note-3030. â vgl. ZVAB und DNB
cite-note-3131. â ATR Adventure Taschenbuch-Reihe: Nr. 1, James Hilton, Verworrener Horizont (Memento vom 30. Oktober 2018 im Internet Archive) In: Trivialitas â Forum fĂŒr PopulĂ€rkultur, abgerufen am 28. Oktober 2018.
cite-note-3232. â vgl. ZVAB und DNB
cite-note-3333. â Die Suche nach dem âMikro-Shangri-Laâ als RĂŒckzugsraum im Zeitalter der Globalisierung In: internetloge.de, abgerufen am 30. Oktober 2018.
cite-note-3434. â Claudia Frickel: Mystery. Das verborgene Paradies Shangri-La. Web.de-Magazin, 7. Juni 2017. In: web.de Magazine, abgerufen am 30. Oktober 2018.